Kampen

Du nobelste aller Geisterbahnen,
nirgends könnte es gruseliger sein
als an einem Frühlingssonntagnachmittag
durch deine Straßen zu radeln.

Die geputzten Fassaden,
die gegelten Reetdachscheitel,
die Tiefgaragen unter dem Haus mit absurd gewundenen Zufahrten,
sie sehnen sich.

Die exakt getrimmten Hecken,
die akkurat geschnittenen Büsche,
die überlegt angelegten Blumenbeete,
sie sehnen sich.
Nach Menschen, die sie bewohnen.

Gäbe es die Vogelkoje nicht, das rote Kliff oder das Boulodrome,
Kampen,
man müsste Mitleid haben mit dir.

 


Laut eines Artikels in der Schleswig-Holstein-Zeitung vom 2. Mai 2013 gab es Ende 2011 in Kampen 564 Bewohner mit Erstwohnsitz, aber mehr als tausend Bewohner mit Zweitwohnsitz: „Kampen ist demnach wie keine andere Sylter Gemeinde beziehungsweise kein anderer Sylter Ortsteil durch Zweitwohnsitze geprägt (Anteil Nebenwohnsitze 64 Prozent, Insel Sylt 31 Prozent).“  – Quelle: https://www.shz.de/65508

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